KWABENA DANSO - DER MANN IM HINTERGRUND

Bambusräder des Kieler Unternehmens „My Boo“ sind mittlerweile unter Fahrradfans bekannt. Auch das soziale Engagement der Marke ist vielen ein Begriff. Aber Kwabena Danso kennt kaum jemand. Dabei ist der Erfolg von Bambusrädern eng mit ihm verbunden – und zeigt, was Fahrräder für eine Gesellschaft leisten können.

 

Im September 2019 fiel Kwabena Danso ein Stein vom Herzen: Die gemeinsam mit My Boo gebaute Schule wurde endlich eröffnet. Bis zuletzt war offen, wie viele Kinder überhaupt das neue Gebäude in Appah im Yonso District besuchen würden. Schließlich kamen 206 neue Schüler. Für Danso ein großer Erfolg und das Ergebnis jahrelanger harter Arbeit. „Viele Kinder, die eigentlich keinen Zugang zu Bildung haben, haben jetzt die Möglichkeit, ihre Ziele durch unser Bildungsprogramm zu erreichen“, freut er sich. Der Bau der Schule wurden aus Spendengeldern des My Boo Ghana School e.V. und durch den Verkauf von Bambusrädern finanziert.

 

Danso stammt selbst aus der Region rund um Yonso, einem kleinen Dorf im Herzen Ghanas. Er genoss das Privileg, zur Schule und später auch zur Uni zu gehen. Vielen seiner Altersgenossen war dieser Weg bereits von Kindheit an versperrt. In der Region herrschen eine hohe Armut und Arbeitslosigkeit. Wenn die Eltern kein geregeltes Einkommen haben, haben sie auch keine Möglichkeit oder kein Interesse, in die Ausbildung ihrer Kinder zu investieren. Dazu kommt, dass Lehrer und Ressourcen für Schulen Mangelware sind. Nach einem Universitätsprojekt 2005 entschied Danso, nicht ins Ausland zu gehen, sondern sein erlerntes Wissen und seine Kontakte für seine Heimatregion zu nutzen. Mit einer Bücherspendenaktion startete das Yonso Project. „Ich hatte drei Ziele: Der jungen ländlichen Bevölkerung in Ghana mehr wirtschaftliche Selbstständigkeit geben, nachhaltige Transportmittel weltweit schaffen und die Bildung in unserer lokalen Community fördern“, sagt er rückblickend über seine ambitionierte Idee, den Bau einer Schule durch den Verkauf von Bambusrädern mit zu finanzieren.

 

Von dem Gras (richtig gelesen, Bambus ist biologisch betrachtet Gras) gibt es in Ghana genug und der Rohstoff ist dazu noch schnell nachwachsend. Nachdem der US-amerikanische Rahmenbauer Craig Calfee den Bambusfahrradrahmen ins Spiel brachte, erkannt Danso die Chance, den Menschen in seiner Heimatregion Arbeitsplätze zu geben. Die Idee für Booomers International war geboren. 2012 startete die gemeinsame Entwicklung von Fahrrädern aus Bambus. Etwa zeitgleich suchten die Firmengründer Maximilian Schay und Jonas Stolzke einen Partner, der Bambusräder für den deutschen Markt produzieren kann. „Wir haben bewusst nach einem Partner in Ghana Ausschau gehalten, weil wir einen Mehrwert für die Menschen vor Ort erreichen wollten“, erklärt Felix Habke, von Anfang an Firmensprecher von My Boo. Zur Schlüsselfigur wurde Kwabena Danso. Man habe sich zwar auch mit einem anderen Hersteller unterhalten, aber der Spirit von Danso, wie er speziell für das soziale Engagement brannte, hat überzeugt. „Es war die absolut richtige Entscheidung“, so Habke.

 

Doch am Anfang mussten beide Seiten erst einmal lernen. Die Infrastruktur in Ghana ist nicht vergleichbar mit europäischen Standards. Die nächstgrößere Stadt ist von der Fabrik rund 50 Kilometer entfernt, was eine Fahrzeit von ca. eineinhalb Stunden bedeutet. Bis zur Hauptstadt Accra an der Küste und einem Hafen sind es gar fünf Stunden. „Wir hatten alle keine Vorstellung, wie schwierig es sein kann, einen Schiffscontainer mit Fahrradrahmen aus einem Dorf in Ghana nach Kiel zu bekommen“, blickt Habke zurück. Ganz wichtig dabei für beide Seiten: Kompromisse eingehen. „Wir mussten lernen, uns nicht nur auf unser Ziel zu fokussieren, sondern die beste Lösung für alle zu erreichen. Auf der anderen Seite musste das Team um Kwabena auch unsere Sicht verstehen – davon profitieren wir heute enorm“, fasst Habke den gemeinsamen Weg zusammen.

 

Heute haben rund 50 junge Menschen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren einen sicheren Arbeitsplatz bei Booomers International, was für Ghana eine Seltenheit ist. Bereits über 4.000 Räder wurden gefertigt. „Unser Ziel ist es, 2021 jährlich etwa 2.000 Rahmen zu bauen. Darauf richten wir unsere Kapazitäten mittlerweile aus“, blickt Danso nach vorne. 15 Prozent des Gewinns von Booomers fließen dabei in das Yonso Project. Durch die erfolgreiche Projektarbeit ist Danso bereits über die Grenzen seines Dorfes hinweg ein bekannter Mann. Er gehört zu den 200 Gründungsmitgliedern des „Obama Foundation Leaders: Africa Programm“. Ende 2018 traf er bei einem Wirtschaftsempfang Prinz Charles. Der britische Thronfolger äußerte sich lobend über das Projekt und die Bambusräder. Und versprach sogar, eines zu kaufen. „Das hat er noch nicht wahr gemacht, aber ich arbeite dran“, schmunzelt Danso.

 

Bambusräder des Kieler Unternehmens „My Boo“ sind mittlerweile unter Fahrradfans bekannt. Auch das soziale Engagement der Marke ist vielen ein Begriff. Aber Kwabena Danso kennt kaum jemand. Dabei ist der Erfolg von Bambusrädern eng mit ihm verbunden – und zeigt, was Fahrräder für eine Gesellschaft leisten können.

 

Im September 2019 fiel Kwabena Danso ein Stein vom Herzen: Die gemeinsam mit My Boo gebaute Schule wurde endlich eröffnet. Bis zuletzt war offen, wie viele Kinder überhaupt das neue Gebäude in Appah im Yonso District besuchen würden. Schließlich kamen 206 neue Schüler. Für Danso ein großer Erfolg und das Ergebnis jahrelanger harter Arbeit. „Viele Kinder, die eigentlich keinen Zugang zu Bildung haben, haben jetzt die Möglichkeit, ihre Ziele durch unser Bildungsprogramm zu erreichen“, freut er sich. Der Bau der Schule wurden aus Spendengeldern des My Boo Ghana School e.V. und durch den Verkauf von Bambusrädern finanziert.

 

Danso stammt selbst aus der Region rund um Yonso, einem kleinen Dorf im Herzen Ghanas. Er genoss das Privileg, zur Schule und später auch zur Uni zu gehen. Vielen seiner Altersgenossen war dieser Weg bereits von Kindheit an versperrt. In der Region herrschen eine hohe Armut und Arbeitslosigkeit. Wenn die Eltern kein geregeltes Einkommen haben, haben sie auch keine Möglichkeit oder kein Interesse, in die Ausbildung ihrer Kinder zu investieren. Dazu kommt, dass Lehrer und Ressourcen für Schulen Mangelware sind. Nach einem Universitätsprojekt 2005 entschied Danso, nicht ins Ausland zu gehen, sondern sein erlerntes Wissen und seine Kontakte für seine Heimatregion zu nutzen. Mit einer Bücherspendenaktion startete das Yonso Project. „Ich hatte drei Ziele: Der jungen ländlichen Bevölkerung in Ghana mehr wirtschaftliche Selbstständigkeit geben, nachhaltige Transportmittel weltweit schaffen und die Bildung in unserer lokalen Community fördern“, sagt er rückblickend über seine ambitionierte Idee, den Bau einer Schule durch den Verkauf von Bambusrädern mit zu finanzieren.

 

Von dem Gras (richtig gelesen, Bambus ist biologisch betrachtet Gras) gibt es in Ghana genug und der Rohstoff ist dazu noch schnell nachwachsend. Nachdem der US-amerikanische Rahmenbauer Craig Calfee den Bambusfahrradrahmen ins Spiel brachte, erkannt Danso die Chance, den Menschen in seiner Heimatregion Arbeitsplätze zu geben. Die Idee für Booomers International war geboren. 2012 startete die gemeinsame Entwicklung von Fahrrädern aus Bambus. Etwa zeitgleich suchten die Firmengründer Maximilian Schay und Jonas Stolzke einen Partner, der Bambusräder für den deutschen Markt produzieren kann. „Wir haben bewusst nach einem Partner in Ghana Ausschau gehalten, weil wir einen Mehrwert für die Menschen vor Ort erreichen wollten“, erklärt Felix Habke, von Anfang an Firmensprecher von My Boo. Zur Schlüsselfigur wurde Kwabena Danso. Man habe sich zwar auch mit einem anderen Hersteller unterhalten, aber der Spirit von Danso, wie er speziell für das soziale Engagement brannte, hat überzeugt. „Es war die absolut richtige Entscheidung“, so Habke.

 

Doch am Anfang mussten beide Seiten erst einmal lernen. Die Infrastruktur in Ghana ist nicht vergleichbar mit europäischen Standards. Die nächstgrößere Stadt ist von der Fabrik rund 50 Kilometer entfernt, was eine Fahrzeit von ca. eineinhalb Stunden bedeutet. Bis zur Hauptstadt Accra an der Küste und einem Hafen sind es gar fünf Stunden. „Wir hatten alle keine Vorstellung, wie schwierig es sein kann, einen Schiffscontainer mit Fahrradrahmen aus einem Dorf in Ghana nach Kiel zu bekommen“, blickt Habke zurück. Ganz wichtig dabei für beide Seiten: Kompromisse eingehen. „Wir mussten lernen, uns nicht nur auf unser Ziel zu fokussieren, sondern die beste Lösung für alle zu erreichen. Auf der anderen Seite musste das Team um Kwabena auch unsere Sicht verstehen – davon profitieren wir heute enorm“, fasst Habke den gemeinsamen Weg zusammen.

 

Heute haben rund 50 junge Menschen im Alter zwischen 18 und 29 Jahren einen sicheren Arbeitsplatz bei Booomers International, was für Ghana eine Seltenheit ist. Bereits über 4.000 Räder wurden gefertigt. „Unser Ziel ist es, 2021 jährlich etwa 2.000 Rahmen zu bauen. Darauf richten wir unsere Kapazitäten mittlerweile aus“, blickt Danso nach vorne. 15 Prozent des Gewinns von Booomers fließen dabei in das Yonso Project. Durch die erfolgreiche Projektarbeit ist Danso bereits über die Grenzen seines Dorfes hinweg ein bekannter Mann. Er gehört zu den 200 Gründungsmitgliedern des „Obama Foundation Leaders: Africa Programm“. Ende 2018 traf er bei einem Wirtschaftsempfang Prinz Charles. Der britische Thronfolger äußerte sich lobend über das Projekt und die Bambusräder. Und versprach sogar, eines zu kaufen. „Das hat er noch nicht wahr gemacht, aber ich arbeite dran“, schmunzelt Danso.